02.01 | Trinkwasservorrat – die Grundlagen
Wasser gehört zu unserem Alltag. Wir trinken es, bereiten damit Lebensmittel zu und nutzen es für viele weitere Dinge, ohne uns normalerweise Gedanken über seine Verfügbarkeit zu machen.
In Deutschland steht Trinkwasser in der Regel zuverlässig zur Verfügung. Dennoch kann es Situationen geben, in denen die gewohnte Versorgung vorübergehend eingeschränkt ist oder ausfällt.
Technische Störungen, ein Stromausfall, Schäden an der Infrastruktur oder andere außergewöhnliche Ereignisse können dazu führen, dass zeitweise kein oder nur eingeschränkt Trinkwasser zur Verfügung steht.
Ein eigener Trinkwasservorrat gehört deshalb zu den Grundlagen einer sinnvollen Notfallvorsorge.
Dabei geht es nicht darum, möglichst große Mengen Wasser einzulagern.
Ein sinnvoller Trinkwasservorrat orientiert sich an den Menschen im Haushalt, ihrem persönlichen Bedarf und dem Zeitraum, den man überbrücken möchte.
Wie viel Trinkwasser sollte bevorratet werden?
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) verwendet in seinem aktuellen Ratgeber für einen zehntägigen Getränkevorrat einen Orientierungswert von 2 Litern pro Person und Tag. Darin enthalten sind 1,5 Liter als Mindestbedarf eines Erwachsenen sowie zusätzlich 0,5 Liter beispielsweise für die Zubereitung von Lebensmitteln.
Für die persönliche Vorsorge empfiehlt KEPS, etwas großzügiger zu planen.
KEPS-Planungswert: 2,5 Liter pro Person und Tag
Der tatsächliche Flüssigkeitsbedarf ist individuell verschieden und kann beispielsweise bei hohen Temperaturen steigen. Eine zusätzliche Reserve von 0,5 Litern pro Person und Tag schafft deshalb etwas mehr Spielraum.
Für unsere Planung rechnen wir daher:
2,5 Liter × Anzahl der Personen × Anzahl der Tage
Für eine Person ergibt sich daraus:
Zeitraum
3 Tage
5 Tage
7 Tage
10 Tage
KEPS-Planungswert
7,5 Liter
12,5 Liter
17,5 Liter
25 Liter
Ein Haushalt mit vier Personen würde für zehn Tage entsprechend mit 100 Litern planen.
Wichtig: Die 2,5 Liter sind keine behördliche Vorgabe, sondern ein bewusst etwas großzügiger gewählter KEPS-Planungswert.
Muss ich sofort für zehn Tage vorsorgen?
Nein.
Das BBK empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Gleichzeitig weist es darauf hin, dass bereits ein Vorrat für zumindest drei Tage sehr hilfreich ist und anschließend schrittweise erweitert werden kann.
Gerade bei begrenztem Lagerraum ist dieser schrittweise Aufbau sinnvoll.
Wer bislang keinen Trinkwasservorrat besitzt, kann beispielsweise zunächst drei Tage abdecken. Danach kann die Reserve auf fünf, sieben und schließlich zehn Tage erweitert werden.
Vorsorge muss nicht an einem einzigen Tag entstehen. Entscheidend ist, überhaupt damit anzufangen.
Denken Sie an den gesamten Haushalt
Bei der Berechnung des Trinkwasservorrates sollten alle Menschen berücksichtigt werden, die zum Haushalt gehören.
Auch individuelle Bedürfnisse spielen eine Rolle. Kinder, ältere Menschen oder Personen mit besonderen gesundheitlichen Anforderungen können einen anderen Bedarf haben.
Und ein Punkt wird leicht vergessen:
Auch Haustiere benötigen Wasser.
Das BBK weist bei der Vorratsplanung ebenfalls darauf hin, die Bedürfnisse von Kindern und Haustieren zu berücksichtigen.
Der tatsächliche Bedarf eines Haushaltes kann deshalb höher liegen als eine einfache Berechnung anhand der Personenzahl zunächst vermuten lässt.
Was eignet sich als Trinkwasservorrat?
Für den Einstieg ist handelsübliches abgefülltes Wasser eine unkomplizierte Möglichkeit.
Wer ohnehin regelmäßig Mineral- oder Tafelwasser verwendet, kann daraus einen lebenden Vorrat machen.
Das Prinzip ist einfach:
Verbrauchen – ersetzen – Vorrat erhalten.
Die älteren Bestände werden im Alltag genutzt und beim nächsten Einkauf ersetzt. So bleibt der Vorrat in Bewegung und muss nicht jahrelang unbeachtet gelagert werden. Auch das BBK empfiehlt das Prinzip eines solchen lebenden Vorrates als Möglichkeit zur Bevorratung.
Wer größere Wassermengen in eigenen Behältern lagern möchte, sollte dagegen auf geeignete Behälter, Hygiene und Lagerbedingungen achten.
Darauf gehen wir in einem eigenen Beitrag ausführlicher ein.
Trinkwasser ist nicht gleich Brauchwasser
Bei der Vorsorge sollte außerdem zwischen Trinkwasser und Wasser für andere Zwecke unterschieden werden.
Trinkwasser benötigen wir insbesondere zum Trinken und zur Zubereitung von Lebensmitteln.
Zusätzlich kann bei einer länger andauernden Versorgungsunterbrechung Wasser beispielsweise für Körperpflege, Reinigung oder Toilettenspülung benötigt werden.
Dieser zusätzliche Bedarf ist in unserem KEPS-Planungswert von 2,5 Litern nicht vollständig enthalten.
Wer entsprechende Lagermöglichkeiten besitzt, kann deshalb zusätzlich über einen Brauchwasservorrat nachdenken.
Typische Fehler beim Trinkwasservorrat
Zu knapp rechnen
Ein rechnerisches Minimum lässt wenig Spielraum für einen höheren persönlichen Bedarf.
Nicht den gesamten Haushalt berücksichtigen
Kinder, Personen mit besonderen Bedürfnissen und Haustiere gehören ebenfalls zur Planung.
Nur ans Trinken denken
Auch für die Zubereitung bestimmter Lebensmittel wird Wasser benötigt.
Alles sofort umsetzen wollen
Gerade größere Haushalte kommen schnell auf erhebliche Mengen. Ein schrittweiser Aufbau ist völlig in Ordnung.
Den Vorrat anschließend vergessen
Auch Wasservorräte sollten regelmäßig kontrolliert, verbraucht und gegebenenfalls ersetzt werden.
KEPS-Fazit
Trinkwasser gehört zu den wichtigsten Bestandteilen der persönlichen Notfallvorsorge.
Das BBK orientiert sich bei seinem zehntägigen Beispielvorrat an 2 Litern pro Person und Tag.
KEPS plant bewusst etwas großzügiger:
2,5 Liter pro Person und Tag.
Damit entsteht eine zusätzliche Reserve, ohne die benötigte Lagermenge unnötig stark zu erhöhen.
Wer noch keinen Trinkwasservorrat besitzt, muss dabei nicht sofort das endgültige Ziel erreichen. Bereits eine Reserve für einige Tage ist ein guter Anfang.
Beginnen Sie mit einer Menge, die zu Ihrem Haushalt und Ihren Lagermöglichkeiten passt – und bauen Sie Ihren Trinkwasservorrat anschließend Schritt für Schritt aus.
Quellen: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe – Essen und Trinken bevorraten