02.02 | Wie viel Wasser sollte ein Haushalt bevorraten?
Ein Trinkwasservorrat gehört zu den wichtigsten Bestandteilen der persönlichen Notfallvorsorge.
Doch sobald man beginnt, sich mit dem Thema zu beschäftigen, stellt sich eine ganz praktische Frage:
Wie viel Wasser sollte ich eigentlich bevorraten?
Die Antwort hängt vor allem davon ab, wie viele Personen versorgt werden müssen und für welchen Zeitraum der Vorrat reichen soll.
Hinzu kommen persönliche Gewohnheiten und individuelle Bedürfnisse.
Die offizielle Orientierung
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfiehlt, sich möglichst zehn Tage selbst versorgen zu können. Für den Trinkwasservorrat nennt das BBK 2 Liter pro Person und Tag.
Dieser Wert berücksichtigt den Flüssigkeitsbedarf sowie einen Anteil für die Zubereitung von Lebensmitteln.
Für eine Person ergibt sich damit:
2 Liter × 10 Tage = 20 Liter
Für einen Haushalt mit zwei Personen:
2 Personen × 2 Liter × 10 Tage = 40 Liter
Bei vier Personen wären es entsprechend:
4 Personen × 2 Liter × 10 Tage = 80 Liter
Schon diese Beispiele zeigen: Mit zunehmender Haushaltsgröße kommt schnell eine beachtliche Wassermenge zusammen.
Warum KEPS mit 2,5 Litern plant
Für die persönliche Vorsorge verwendet KEPS bewusst einen etwas höheren Planungswert:
2,5 Liter pro Person und Tag.
Warum?
Der tatsächliche Flüssigkeitsbedarf ist nicht bei jedem Menschen gleich. Körperliche Aktivität, Umgebungstemperatur, persönliche Trinkgewohnheiten und andere individuelle Faktoren können dazu führen, dass mehr Wasser benötigt wird.
Wer ohnehin regelmäßig viel Wasser trinkt, sollte seinen Vorrat nicht künstlich auf einen niedrigeren Durchschnittswert begrenzen.
Die zusätzlichen 0,5 Liter pro Person und Tag schaffen deshalb eine überschaubare Reserve.
Wichtig ist dabei die Unterscheidung:
2 Liter sind die offizielle Orientierung des BBK.
2,5 Liter sind der von KEPS verwendete Planungswert.
Wir ersetzen damit nicht die behördliche Empfehlung, sondern planen für unser Vorsorgekonzept bewusst etwas großzügiger.
Was bedeutet das für einen Haushalt?
Mit dem KEPS-Planungswert lässt sich der persönliche Bedarf einfach berechnen:
Personen × 2,5 Liter × Tage = Planungsbedarf
Einige Beispiele:
Haushalt
3 Tage
5 Tage
7 Tage
10 Tage
1 Person
7,5 Liter
12,5 Liter
17,5 Liter
25 Liter
2 Personen
15 Liter
25 Liter
35 Liter
50 Liter
3 Personen
22,5 Liter
37,5 Liter
52,5 Liter
75 Liter
4 Personen
30 Liter
50 Liter
70 Liter
100 Liter
Gerade bei einem Vier-Personen-Haushalt werden aus dem abstrakten Planungswert also schnell 100 Liter Trinkwasser für zehn Tage.
Das klingt zunächst nach viel. Und genau deshalb ist der nächste Punkt so wichtig.
Muss ich sofort einen Vorrat für zehn Tage anlegen?
Nein.
Ein Vorsorgeziel von zehn Tagen bedeutet nicht, dass ein Haushalt, der heute noch keinen Wasservorrat besitzt, morgen die vollständige Menge kaufen muss.
Vorsorge darf wachsen.
Ein sinnvoller erster Schritt kann beispielsweise ein Vorrat für drei Tage sein. Ist dieser erreicht und lässt sich gut lagern, kann anschließend auf fünf oder sieben Tage erweitert werden.
So entsteht nach und nach ein Vorrat, der zum eigenen Haushalt und zu den vorhandenen Platzverhältnissen passt.
Drei Tage vorbereitet zu sein ist besser als zehn Tage nur geplant zu haben.
Der persönliche Bedarf zählt
Rechenwerte geben eine Orientierung. Sie kennen aber nicht Ihren Alltag.
Wer beispielsweise schon unter normalen Bedingungen deutlich mehr als zwei Liter am Tag trinkt, sollte das bei seiner Planung berücksichtigen.
Auch besondere Lebenssituationen können den Bedarf verändern.
Deshalb lohnt sich eine einfache Frage:
Wie viel trinken die Menschen in meinem Haushalt tatsächlich?
Der KEPS-Wert von 2,5 Litern ist ein Planungswert – keine Obergrenze.
Wer für sich einen höheren Bedarf feststellt, sollte entsprechend großzügiger planen.
Haustiere nicht vergessen
Auch Tiere benötigen Wasser.
Ihr Bedarf sollte zusätzlich zum berechneten Trinkwasservorrat der Personen eingeplant werden.
Eine pauschale Literzahl wäre hier wenig sinnvoll. Ein kleiner Hund hat einen anderen Bedarf als ein großer Hund, eine Katze oder mehrere Tiere.
Orientieren Sie sich deshalb am normalen Wasserbedarf Ihrer Tiere und planen Sie auch dafür eine angemessene Reserve ein.
Trinkwasser ist nicht der gesamte Wasserbedarf
Hier entsteht leicht ein Missverständnis.
Unsere 2,5 Liter pro Person und Tag bedeuten nicht, dass ein Mensch im Notfall insgesamt nur 2,5 Liter Wasser benötigt.
Zusätzlich kann Wasser gebraucht werden für:
- Körperpflege
- Reinigung
- Toilettenspülung
- Wäsche
- weitere Haushaltszwecke
Dieser Bedarf kann erheblich sein.
Die Trinkwasservorsorge stellt deshalb zunächst sicher, dass ausreichend Wasser zum Trinken und für einen begrenzten Bedarf bei der Lebensmittelzubereitung vorhanden ist.
Brauchwasser ist ein zusätzliches Vorsorgethema.
Platz und Gewicht berücksichtigen
Wasser braucht nicht nur Platz – es ist auch schwer.
Ein Liter Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm.
Ein Vorrat von 50 Litern bedeutet damit bereits rund 50 Kilogramm Wasser, verteilt auf die jeweiligen Gebinde.
Bei 100 Litern sind es rund 100 Kilogramm.
Das sollte bei der Wahl des Lagerortes und der Gebindegrößen berücksichtigt werden.
Ein sehr großer Kanister mag platzsparend erscheinen, ist gefüllt aber möglicherweise schwer zu bewegen.
Mehrere kleinere Gebinde können im Alltag praktischer sein.
KEPS Praxistipp
Beginnen Sie mit einer einfachen Rechnung:
Wie viele Personen leben in meinem Haushalt?
Wie viele Tage möchte ich zunächst überbrücken können?
Anschließend:
Personen × 2,5 Liter × Tage
Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Wasser, das bereits vorhanden ist.
Die Differenz ist Ihre persönliche Versorgungslücke.
Diese muss nicht an einem einzigen Tag geschlossen werden.
Ergänzen Sie Ihren Vorrat beispielsweise bei den nächsten Einkäufen schrittweise, bis Sie Ihr persönliches Vorsorgeziel erreicht haben.
Fazit
Es gibt keine Wassermenge, die für jeden Haushalt gleichermaßen perfekt ist.
Die offizielle Orientierung bietet einen guten Ausgangspunkt. Die persönliche Vorsorge sollte jedoch auch die tatsächlichen Bedürfnisse des eigenen Haushalts berücksichtigen.
KEPS plant deshalb bewusst mit 2,5 Litern pro Person und Tag.
Nicht, weil möglichst große Vorräte das Ziel sind.
Sondern weil eine kleine zusätzliche Reserve bei einem so grundlegenden Gut wie Trinkwasser sinnvoll sein kann.
Vorsorge beginnt nicht mit der perfekten Menge.
Sie beginnt damit, den eigenen Bedarf zu kennen und den ersten Schritt zu machen.
Offizielle Grundlage: BBK – Essen und Trinken bevorraten sowie der aktuelle BBK-Ratgeber „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“.