02.03 | Wasser richtig lagern
Ein ausreichender Trinkwasservorrat ist ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Notfallvorsorge.
Doch nicht nur die Menge entscheidet darüber, ob der Vorrat im Bedarfsfall tatsächlich hilfreich ist. Ebenso wichtig ist die Frage:
Wie wird das Wasser gelagert?
Trinkwasser sollte so aufbewahrt werden, dass es geschützt, erreichbar und kontrollierbar bleibt. Dafür braucht es weder einen besonderen Vorratsraum noch ein kompliziertes Lagersystem.
Einige grundlegende Regeln helfen dabei, den eigenen Wasservorrat dauerhaft sinnvoll zu organisieren.
Der richtige Lagerort
Trinkwasservorräte sollten möglichst kühl und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden. Der Lagerbereich sollte trocken und vor starken Temperaturschwankungen geschützt sein.
Besonders hohe Temperaturen und starke Temperaturschwankungen sind für eine langfristige Vorratshaltung ungünstig.
Ein Vorratsschrank, eine Speisekammer oder ein geeigneter Keller können deshalb gute Lagerorte sein.
Entscheidend ist allerdings nicht die Bezeichnung des Raumes, sondern dessen tatsächliche Bedingungen.
Eine Garage kann beispielsweise viel Platz bieten, sich im Sommer aber stark aufheizen. In unbeheizten Bereichen kann dagegen Frost zum Problem werden.
Deshalb gilt:
Nicht der größte freie Platz ist automatisch der beste Lagerort.
Original verschlossenes Wasser
Für viele Haushalte ist handelsübliches Wasser in original verschlossenen Flaschen eine besonders einfache Möglichkeit, einen Trinkwasservorrat anzulegen.
Die Gebinde sind für Lebensmittel vorgesehen, bereits verschlossen und entsprechend gekennzeichnet.
Wer Flaschenwasser ohnehin im Alltag verwendet, kann seinen Vorrat außerdem problemlos in den normalen Verbrauch integrieren.
Ältere Gebinde werden zuerst genutzt und anschließend durch neu gekaufte ersetzt.
So entsteht ein lebender Wasservorrat, der regelmäßig erneuert wird und nicht jahrelang unbeachtet stehen bleibt.
Geeignete Wasserbehälter verwenden
Eine andere Möglichkeit sind wiederverwendbare Wasserbehälter oder Kanister.
Wer solche Behälter für Trinkwasser nutzt, sollte darauf achten, dass sie ausdrücklich für Trinkwasser beziehungsweise Lebensmittel geeignet sind.
Sie sollten sich zuverlässig verschließen und entsprechend den Herstellerangaben reinigen lassen.
Beliebige Kunststoffbehälter sind nicht automatisch für die längerfristige Lagerung von Trinkwasser geeignet.
Besonders wichtig:
Behälter, in denen zuvor Kraftstoffe, Chemikalien, Reinigungsmittel oder andere ungeeignete Stoffe aufbewahrt wurden, gehören nicht in die Trinkwasservorsorge.
Auch gründliches Ausspülen macht aus einem ungeeigneten Behälter keinen geeigneten Trinkwasserbehälter.
Hygiene beim Befüllen
Wer Leitungswasser selbst bevorraten möchte, sollte besonders auf sauberes Arbeiten achten.
Hände und verwendete Behälter sollten sauber sein. Der Wasserbehälter wird entsprechend den Herstellerangaben vorbereitet, befüllt und anschließend sicher verschlossen.
Verunreinigungen beim Befüllen sollten möglichst vermieden werden.
Danach sollte ein für die Bevorratung vorgesehener Behälter nicht unnötig geöffnet werden.
Denn sobald Wasser entnommen oder der Behälter geöffnet wird, verändern sich die Bedingungen gegenüber einem verschlossenen Vorrat.
Selbst abgefülltes Wasser kennzeichnen
Bei einer gekauften Wasserflasche befinden sich die wichtigsten Angaben bereits auf dem Gebinde.
Bei selbst befüllten Wasserbehältern sollte man dagegen selbst für Übersicht sorgen.
Schon eine einfache Kennzeichnung hilft:
Befüllt am: __________
Zusätzlich kann vermerkt werden, wann das Wasser kontrolliert oder ausgetauscht werden soll.
Gerade wenn mehrere Behälter vorhanden sind, lässt sich so später nachvollziehen, welcher Bestand zuerst genutzt werden sollte.
Wie lange ist bevorratetes Wasser haltbar?
Bei dieser Frage lohnt sich eine differenzierte Betrachtung.
Bei original verschlossenem Wasser geben die Kennzeichnung des Herstellers und dessen Lagerhinweise eine Orientierung.
Bei selbst abgefülltem Leitungswasser lässt sich dagegen keine allgemeingültige Lagerdauer nennen, die unabhängig von Behälter, Hygiene und Lagerbedingungen immer zutrifft.
Besser ist es, selbst abgefülltes Wasser regelmäßig zu kontrollieren und in ein persönliches Rotationssystem einzubeziehen.
Große oder kleine Gebinde?
Ein großer Wasserbehälter kann auf den ersten Blick praktisch erscheinen. Allerdings wird schnell unterschätzt, welches Gewicht dabei entsteht.
Ein Liter Wasser wiegt ungefähr ein Kilogramm.
Ein gefüllter 20-Liter-Kanister bringt damit allein durch seinen Inhalt ungefähr 20 Kilogramm auf die Waage.
Das kann insbesondere dann zum Problem werden, wenn der Behälter getragen, umgesetzt oder ausgegossen werden muss.
Kleinere Gebinde sind leichter zu handhaben und können flexibler verteilt werden. Dafür benötigt man entsprechend mehr davon.
Für viele Haushalte kann deshalb eine Kombination verschiedener Gebindegrößen sinnvoll sein.
Entscheidend ist:
Der Wasservorrat muss nicht nur gelagert werden können – er muss im Bedarfsfall auch nutzbar sein.
Den Vorrat sinnvoll verteilen
Bei größeren Wassermengen kann es sinnvoll sein, nicht den gesamten Vorrat an einem einzigen Ort unterzubringen.
Wird ein Lagerbereich beispielsweise durch einen Wasserschaden, bauliche Schäden oder andere Umstände unzugänglich, wäre sonst möglicherweise der gesamte Vorrat betroffen.
Sofern geeignete Lagerflächen vorhanden sind, kann eine Verteilung auf mehrere Stellen deshalb sinnvoll sein.
Dabei sollte allerdings die Übersicht nicht verloren gehen.
Wer Wasser an verschiedenen Orten lagert, sollte wissen:
Wo steht was – und wie viel ist insgesamt vorhanden?
Wasser regelmäßig kontrollieren
Auch ein Wasservorrat sollte nicht einfach eingelagert und anschließend vergessen werden.
Eine regelmäßige Sichtkontrolle benötigt nur wenig Zeit.
Prüfen Sie dabei beispielsweise:
Sind Flaschen und Behälter unbeschädigt?
Sind die Verschlüsse dicht?
Ist der Lagerort weiterhin geeignet?
Sind Kennzeichnungen gut lesbar?
Welche Bestände sollten als Nächstes verbraucht oder ausgetauscht werden?
Wurden Mengen entnommen, die noch nicht ersetzt wurden?
So bleibt der Vorrat nicht nur vorhanden, sondern dauerhaft organisiert.
KEPS Praxistipp
Machen Sie die Lagerung Ihres Wasservorrates nicht komplizierter als notwendig.
Wer ohnehin Flaschenwasser verwendet, kann einige zusätzliche Gebinde bevorraten und ältere Bestände konsequent zuerst verbrauchen.
Wer Wasserkanister nutzt, sollte auf geeignete Behälter, sauberes Arbeiten, Kennzeichnung und eine praktikable Größe achten.
Und wenn der Platz für den vollständigen Wasservorrat noch fehlt, kann auch die Lagerung Schritt für Schritt aufgebaut werden.
Ein funktionierender kleiner Vorrat ist wertvoller als ein großes System, das im eigenen Haushalt nicht funktioniert.
Fazit
Wasser richtig zu lagern bedeutet mehr, als einige Flaschen oder Kanister irgendwo abzustellen.
Geeignete Behälter, ein geschützter Lagerort, hygienisches Arbeiten und regelmäßige Kontrolle bilden die Grundlage für einen zuverlässigen Wasservorrat.
Dabei sollte die Lösung immer zum eigenen Haushalt passen.
Denn im Bedarfsfall zählt nicht nur, wie viel Wasser vorhanden ist.
Entscheidend ist auch, dass man weiß, wo es steht, in welchem Zustand es sich befindet und wie man darauf zugreifen kann.