05.01 | Blackout – Grundlagen

Was ein großflächiger Stromausfall bedeutet und warum persönliche Vorsorge sinnvoll ist

Strom gehört zu den Dingen, über die wir im Alltag kaum nachdenken. Wir schalten das Licht ein, laden das Smartphone, öffnen den Kühlschrank oder starten die Waschmaschine – und gehen selbstverständlich davon aus, dass elektrische Energie jederzeit verfügbar ist.

Erst wenn der Strom ausfällt, wird deutlich, wie viele Bereiche unseres täglichen Lebens davon abhängig sind.

Ein kurzer Stromausfall ist meistens nur unangenehm. Fällt die Stromversorgung jedoch großflächig und über einen längeren Zeitraum aus, können die Auswirkungen erheblich größer werden.

Ein Blackout beginnt mit dem Ausfall des Stroms. Seine Auswirkungen reichen jedoch weit über das Licht in der eigenen Wohnung hinaus.


Stromausfall ist nicht gleich Blackout

Im alltäglichen Sprachgebrauch wird inzwischen beinahe jeder größere Stromausfall als „Blackout“ bezeichnet. Fachlich ist das nicht richtig.

Die Bundesnetzagentur spricht von einem Blackout, wenn die Stromversorgung flächendeckend, unvorhergesehen und unkontrolliert ausfällt. Ein solcher Ausfall kann Teile Deutschlands oder – abhängig von Art und Umfang der Störung – auch Bereiche des europäischen Verbundnetzes betreffen.

Davon zu unterscheiden ist ein gewöhnlicher Stromausfall. Dieser kann beispielsweise ein einzelnes Gebäude, einen Straßenzug oder ein begrenztes Versorgungsgebiet betreffen.

Auch ein sogenannter Brownout ist etwas anderes. Dabei reduzieren oder unterbrechen Netzbetreiber die Stromversorgung in bestimmten Bereichen gezielt und zeitlich begrenzt, um das Stromnetz zu stabilisieren und einen unkontrollierten Ausfall zu verhindern.

Für den betroffenen Haushalt kann sich all das zunächst ähnlich anfühlen:

Das Licht geht aus.

Die Ursachen, die räumliche Ausdehnung und insbesondere die mögliche Dauer können jedoch sehr unterschiedlich sein.


Wie kann es zu einem Stromausfall kommen?

Stromausfälle können viele Ursachen haben.

Leitungen oder andere Teile der Infrastruktur können beispielsweise durch Unfälle oder Bauarbeiten beschädigt werden. Auch schwere Stürme, Hochwasser, Schneefälle und andere Naturereignisse können die Stromversorgung beeinträchtigen.

Darüber hinaus nennt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auch Sabotage und Cyberangriffe auf die IT-Systeme von Stromversorgern als mögliche Ursachen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Schaden an einer Stromleitung automatisch zu einem großflächigen Stromausfall führt.

Das deutsche Stromnetz verfügt über verschiedene Sicherungsmechanismen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur ist das Übertragungsnetz nach dem sogenannten (n-1)-Prinzip ausgelegt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass beispielsweise der Ausfall einer Leitung oder eines Transformators vom Netz verkraftet werden können muss, ohne dass dadurch die gesamte Stromversorgung zusammenbricht. Zusätzlich ist das deutsche Stromsystem Teil des europäischen Verbundnetzes.

Ein Blackout ist deshalb nicht die zwangsläufige Folge einer einzelnen Störung.


Wie wahrscheinlich ist ein Blackout?

Gerade bei diesem Thema ist eine sachliche Einordnung wichtig.

Meldungen über Störungen, Cyberangriffe oder Sabotage an kritischen Infrastrukturen können schnell den Eindruck vermitteln, ein großflächiger Stromausfall stehe unmittelbar bevor.

Daraus lässt sich eine solche Schlussfolgerung jedoch nicht ableiten.

Die Stromversorgung in Deutschland verfügt über technische Sicherungsmechanismen, Reserven und ein europäisch vernetztes Stromsystem. Die Bundesnetzagentur beschreibt das deutsche Stromnetz ausdrücklich als robust.

Gleichzeitig kann niemand jede denkbare Störung vollständig ausschließen.

Und genau hier beginnt sinnvolle Notfallvorsorge.

Vorsorge bedeutet nicht, davon auszugehen, dass ein Blackout eintreten wird. Sie bedeutet, sich mit den möglichen Folgen eines Stromausfalls auseinanderzusetzen und darauf vorbereitet zu sein.


Was passiert, wenn der Strom ausfällt?

Die offensichtlichste Folge ist zunächst fehlende elektrische Energie im eigenen Haushalt.

Lampen funktionieren nicht mehr. Elektrische Haushaltsgeräte fallen aus. Kühlschrank und Gefrierschrank werden nicht mehr gekühlt. Elektroherde können nicht benutzt werden.

Doch unsere moderne Infrastruktur ist in vielen Bereichen ebenfalls von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig.

Je nach Dauer und Ausmaß eines Stromausfalls können deshalb weitere Bereiche betroffen sein.

Licht und Orientierung

Besonders in den Abend- und Nachtstunden wird fehlende Beleuchtung schnell zum Problem.

Treppen, Flure und andere Bereiche des Hauses können zu Unfallstellen werden. Eine griffbereite Taschenlampe ist deshalb eine wichtige Grundlage der Stromausfallvorsorge und sollte an einem festen, leicht erreichbaren Platz aufbewahrt werden.

Heizung und Wärme

Auch Heizungen, die mit Gas oder Öl betrieben werden, benötigen häufig elektrische Energie für Steuerungen, Pumpen oder andere Komponenten.

Ein Stromausfall kann deshalb insbesondere im Winter schnell Auswirkungen auf die Temperatur in der Wohnung haben.

Das BBK empfiehlt unter anderem warme Kleidung und Decken als Möglichkeit, einen Heizungsausfall zeitweise zu überbrücken.

Information und Kommunikation

Smartphones funktionieren zunächst weiter – solange der Akku geladen ist und Mobilfunknetze verfügbar sind.

Bei einem länger andauernden Stromausfall können jedoch auch Internet- und Mobilfunkverbindungen beeinträchtigt werden. Gleichzeitig steigt gerade in einer solchen Situation der Informationsbedarf.

Deshalb empfiehlt das BBK unter anderem ein batterie- oder kurbelbetriebenes Radio, um auch unabhängig vom Internet behördliche Informationen empfangen zu können.

Wasserversorgung

Auch die Wasserversorgung kann von elektrischer Energie abhängig sein.

Pumpen, Druckerhöhungsanlagen oder technische Einrichtungen benötigen Strom. Das bedeutet nicht, dass bei jedem Stromausfall sofort kein Wasser mehr aus dem Hahn kommt. Bei einem länger andauernden oder großflächigen Ereignis können jedoch Einschränkungen auftreten. Darauf weist auch das BBK hin.

Einkaufen und Bezahlen

Ohne Strom können Kassensysteme, elektronische Zahlungssysteme und Geldautomaten ausfallen.

Selbst wenn ein Geschäft noch geöffnet werden könnte, bedeutet das deshalb nicht automatisch, dass dort wie gewohnt eingekauft werden kann.

Ein angemessener Bargeldvorrat gehört aus diesem Grund ebenfalls zu den Empfehlungen des BBK für die Stromausfallvorsorge.


Die Dauer macht einen Unterschied

Nicht jeder Stromausfall entwickelt sich zu einer ernsten Versorgungslage.

Nach Angaben des BBK werden Stromausfälle in der Regel innerhalb weniger Stunden behoben. Bei Notsituationen mit großflächigen Schäden kann es jedoch auch länger dauern, bis die Versorgung vollständig wiederhergestellt ist.

Genau deshalb ist die persönliche Vorbereitung sinnvoll.

Ein Haushalt, der einige Stunden ohne Strom überbrücken kann, verfügt bereits über eine wichtige Grundlage.

Je länger ein Ausfall dauert, desto stärker können allerdings weitere Abhängigkeiten sichtbar werden.

Aus einem zunächst technischen Problem können dann zunehmend Probleme bei Information, Kommunikation, Wärme, Wasserversorgung, Lebensmittelversorgung, Mobilität oder medizinischer Versorgung entstehen.


Was bedeutet das für den eigenen Haushalt?

Für persönliche Vorsorge ist zunächst nicht entscheidend, sämtliche technischen Abläufe eines Stromnetzes zu verstehen.

Viel wichtiger ist eine andere Frage:

Welche Folgen hätte ein Stromausfall konkret für meinen Haushalt?

Dabei lohnt sich ein Blick auf die eigene Situation.

Wie wird die Wohnung beheizt?

Wie kann Licht erzeugt werden?

Welche Geräte werden unbedingt benötigt?

Gibt es medizinische Geräte, die Strom benötigen?

Wie können Smartphones geladen werden?

Wie erhält der Haushalt Informationen, wenn Internet und Mobilfunk nicht verfügbar sind?

Wie können Lebensmittel zubereitet werden?

Welche Vorräte sind vorhanden?

Gibt es Kinder, ältere Menschen, pflegebedürftige Personen oder Haustiere mit besonderen Bedürfnissen?

Die Antworten können von Haushalt zu Haushalt völlig unterschiedlich ausfallen.

Deshalb beginnt gute Stromausfallvorsorge nicht mit einer möglichst langen Einkaufsliste, sondern mit dem Verständnis der eigenen Abhängigkeiten.


Vorsorge Schritt für Schritt aufbauen

Niemand muss seinen Haushalt innerhalb eines Tages vollständig auf einen langanhaltenden Stromausfall vorbereiten.

Viele sinnvolle Grundlagen sind ohnehin bereits vorhanden.

Eine Taschenlampe, geladene Powerbanks, Ersatzbatterien, ein Radio, haltbare Lebensmittel, Trinkwasser, warme Kleidung oder etwas Bargeld können bereits einen Unterschied machen. Auch das BBK empfiehlt Haushalten entsprechende Vorkehrungen für Stromausfälle.

Der erste Schritt kann deshalb sehr einfach sein:

Prüfen Sie, was bereits vorhanden ist.

Danach lässt sich feststellen, welche tatsächlichen Lücken bestehen und welche davon zuerst geschlossen werden sollten.

So entsteht Vorsorge nicht aus Sorge, sondern aus einer bewussten Auseinandersetzung mit der eigenen Situation.


Typische Fehler bei der Blackout-Vorsorge

Ein häufiger Fehler besteht darin, sich ausschließlich auf Ausrüstung zu konzentrieren. Geräte helfen jedoch nur, wenn sie funktionieren, erreichbar sind und ihre Bedienung bekannt ist.

Ebenso problematisch ist es, nur ein einzelnes Thema zu betrachten. Eine große Powerstation beispielsweise löst nicht automatisch Fragen der Wasserversorgung, Information oder Lebensmittelversorgung.

Auch extreme Szenarien können den Blick auf die einfachen Maßnahmen verstellen, die bereits bei einem gewöhnlichen Stromausfall hilfreich wären.

Und schließlich sollte Vorsorge regelmäßig überprüft werden. Batterien entladen sich, Lebensmittel werden verbraucht, technische Geräte verändern sich und auch die persönliche Lebenssituation bleibt nicht immer gleich.

Gute Vorsorge muss nicht spektakulär sein. Sie muss funktionieren.


KEPS-Fazit

Ein Blackout ist mehr als ein ausgefallenes Licht. Ein länger andauernder und großflächiger Ausfall der Stromversorgung kann zahlreiche Bereiche unseres Alltags und unserer Infrastruktur beeinflussen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass ein solches Ereignis unmittelbar bevorsteht.

Persönliche Vorsorge setzt deshalb nicht bei der Frage an, ob morgen ein Blackout kommt, sondern bei der Frage:

Wie gut kann mein Haushalt mit einem Stromausfall umgehen?

Prüfen Sie Ihre persönlichen Abhängigkeiten.

Überlegen Sie, welche grundlegenden Funktionen Sie auch ohne Strom aufrechterhalten müssen.

Kontrollieren Sie, welche Vorsorge bereits vorhanden ist.

Und schließen Sie erkannte Lücken Schritt für Schritt.

Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Aber es gibt Möglichkeiten, besser vorbereitet zu sein.


Quellen

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK)
„Vorsorge und Handeln bei Stromausfall“ sowie „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“.

Bundesnetzagentur
„FAQ zum Stromnetz“ und Informationen zur Versorgungssicherheit.