05.02 | Stromausfall oder Blackout – wo liegt der Unterschied?
Warum nicht jeder Stromausfall ein Blackout ist und weshalb die Unterscheidung für die persönliche Vorsorge wichtig ist
Plötzlich ist der Strom weg
Das Licht geht aus. Der Fernseher verstummt, der Router funktioniert nicht mehr und auch die Kaffeemaschine gibt keinen Ton von sich. Schnell fällt in solchen Situationen ein Begriff: Blackout.
Doch nicht jeder Stromausfall ist automatisch ein Blackout.
Stromausfälle können aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen. Beschädigte Leitungen, technische Störungen, Bauarbeiten, Unfälle oder schwere Unwetter können dazu führen, dass einzelne Haushalte, Straßenzüge oder auch größere Gebiete zeitweise nicht mehr mit Strom versorgt werden. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe werden Stromausfälle in der Regel innerhalb weniger Stunden behoben. Bei großflächigen Schäden kann es allerdings auch länger dauern.
Ein Blackout beschreibt dagegen ein Ereignis anderer Größenordnung. Die Bundesnetzagentur spricht von einem Blackout, wenn die Stromversorgung flächendeckend, unvorhergesehen und unkontrolliert ausfällt.
Die Begriffe beschreiben also nicht einfach dasselbe Ereignis mit unterschiedlicher Dauer.
Nicht jeder Stromausfall ist ein Blackout. Ein Blackout ist jedoch ebenfalls ein Ausfall der Stromversorgung – nur in einer völlig anderen Dimension.
Für die persönliche Notfallvorsorge ist es sinnvoll, diesen Unterschied zu kennen. Gleichzeitig zeigt bereits ein gewöhnlicher Stromausfall, wie viele Bereiche unseres Alltags von einer funktionierenden Stromversorgung abhängig sind. Licht, Heizung, Kommunikation, Kühlung oder die Zubereitung von Lebensmitteln können betroffen sein.
Deshalb schauen wir uns zunächst genauer an, was eigentlich unter einem normalen Stromausfall zu verstehen ist.
Was ist ein Stromausfall?
Von einem Stromausfall spricht man zunächst einmal dann, wenn die elektrische Energieversorgung in einem bestimmten Bereich unterbrochen ist. Das kann nur ein einzelnes Gebäude betreffen, aber ebenso einen Straßenzug, einen Ort oder eine größere Region.
Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein. Nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe können beispielsweise Unfälle, Fehler bei Bauarbeiten, starke Stürme, Hochwasser oder starke Schneefälle Stromleitungen beschädigen. Auch Sabotage oder Cyberangriffe können die Stromversorgung beeinträchtigen.
Ein Stromausfall sagt deshalb zunächst noch nichts darüber aus, warum der Strom ausgefallen ist oder wie lange die Unterbrechung dauern wird.
In Deutschland werden Stromausfälle nach Angaben des BBK in der Regel innerhalb weniger Stunden behoben. Bei Notsituationen mit großflächigen Schäden kann es jedoch auch mehrere Tage dauern, bis die Stromversorgung vollständig wiederhergestellt ist.
Die Dauer eines Stromausfalls allein entscheidet nicht darüber, ob es sich um einen Blackout handelt.
Auch ein regional begrenzter Stromausfall kann längere Zeit andauern – beispielsweise dann, wenn durch ein schweres Unwetter Leitungen oder andere Teile der Infrastruktur beschädigt wurden.
Für den betroffenen Haushalt sind die unmittelbaren Folgen zunächst dieselben: Elektrische Geräte funktionieren nicht mehr, Beleuchtung fällt aus und je nach technischer Ausstattung können auch Heizung, Warmwasser, Internet oder andere Versorgungssysteme betroffen sein.
Erst wenn wir betrachten, wie groß das betroffene Gebiet ist und auf welche Weise die Stromversorgung ausgefallen ist, kommen wir zu dem Begriff, der häufig vorschnell verwendet wird:
Was ist ein Blackout?
Der Begriff Blackout wird im Alltag häufig für nahezu jeden größeren Stromausfall verwendet. Fachlich beschreibt er jedoch ein wesentlich spezifischeres Ereignis.
Die Bundesnetzagentur spricht von einem Blackout, wenn die Stromversorgung flächendeckend, unvorhergesehen und unkontrolliert ausfällt. Je nach Art und Umfang einer Störung können dabei auch nur Teile des europäischen Stromversorgungssystems betroffen sein.
Damit unterscheidet sich ein Blackout deutlich von einer gewöhnlichen regionalen Versorgungsunterbrechung. Entscheidend ist nicht allein, wie lange der Strom ausfällt. Wesentlich sind vor allem Ausmaß und Charakter des Ereignisses.
Das deutsche Stromnetz verfügt über zahlreiche Sicherungsmechanismen. Die Bundesnetzagentur beschreibt das Übertragungsnetz als nach dem sogenannten n-1-Prinzip abgesichert. Vereinfacht bedeutet dies: Fällt beispielsweise eine wichtige Leitung oder ein anderes Betriebsmittel aus, soll das Netz diesen einzelnen Ausfall grundsätzlich verkraften können, ohne dass dadurch die gesamte Stromversorgung zusammenbricht.
Ein Blackout entsteht deshalb nicht automatisch dadurch, dass irgendwo eine Leitung beschädigt wird oder ein Kraftwerk ausfällt.
Ein Blackout ist ein unvorhergesehener und unkontrollierter Ausfall größeren Ausmaßes – nicht einfach ein besonders langer Stromausfall.
Aus Sicht des Bevölkerungsschutzes ist allerdings noch eine andere Formulierung wichtig. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe spricht mit Blick auf die möglichen Auswirkungen häufig von einem „großflächigen langandauernden Stromausfall“. Denn für den Bevölkerungsschutz steht weniger die technische Bezeichnung des Ereignisses im Mittelpunkt als die Frage, welche Folgen daraus für Bevölkerung und Kritische Infrastrukturen entstehen.
Bei einem solchen Ereignis könnten unter anderem Kommunikation, Gesundheitsversorgung, Mobilität sowie Wasser-, Abwasser- und Lebensmittelversorgung erheblich beeinträchtigt werden.
Für die persönliche Vorsorge bedeutet das:
Nicht die Bezeichnung „Blackout“ sollte uns beschäftigen, sondern die Frage, welche Folgen ein länger andauernder Stromausfall für den eigenen Haushalt haben könnte.
Stromausfall und Blackout im direkten Vergleich
Stromausfall und Blackout haben zunächst eine offensichtliche Gemeinsamkeit: In beiden Fällen steht den betroffenen Menschen zumindest zeitweise keine elektrische Energie aus dem öffentlichen Stromnetz zur Verfügung.
Der wesentliche Unterschied liegt jedoch in Ausmaß und Charakter des Ereignisses.
Stromausfall
Ausmaß:
Kann ein einzelnes Gebäude, einen Straßenzug, einen Ort oder auch eine größere Region betreffen.
Entstehung:
Mögliche Ursachen sind beispielsweise technische Defekte, beschädigte Leitungen, Bauarbeiten, Unfälle oder Unwetter.
Charakter:
Die Versorgungsunterbrechung ist häufig örtlich oder regional begrenzt.
Dauer:
Viele Stromausfälle werden innerhalb relativ kurzer Zeit behoben. Bei größeren Schäden kann die Unterbrechung jedoch auch deutlich länger dauern.
Auswirkungen:
Die Folgen bleiben häufig auf das unmittelbar betroffene Gebiet begrenzt.
Blackout
Ausmaß:
Die Stromversorgung fällt flächendeckend beziehungsweise in sehr großem Umfang aus.
Entstehung:
Ein Blackout bezeichnet einen unvorhergesehenen und unkontrollierten Ausfall der Stromversorgung.
Charakter:
Das Ereignis betrifft größere Teile des Stromversorgungssystems und unterscheidet sich damit von einer örtlich begrenzten Versorgungsunterbrechung.
Dauer:
Die Dauer allein definiert keinen Blackout. Die Wiederherstellung der Stromversorgung kann bei einem großflächigen Ausfall jedoch erheblich komplexer sein.
Auswirkungen:
Neben den unmittelbar betroffenen Haushalten können zahlreiche weitere Bereiche und Kritische Infrastrukturen beeinträchtigt werden.
Die Aufzählung zeigt auch, warum eine weitverbreitete Gleichsetzung problematisch ist:
Ein Stromausfall wird nicht automatisch zum Blackout, nur weil er mehrere Stunden oder sogar Tage dauert.
Wird beispielsweise durch ein schweres Unwetter die Stromversorgung einer Region unterbrochen und dauert die Reparatur beschädigter Leitungen längere Zeit, handelt es sich deshalb nicht zwangsläufig um einen Blackout.
Umgekehrt ist für einen betroffenen Haushalt die technische Einordnung zunächst zweitrangig. Wenn kein Strom mehr zur Verfügung steht, entstehen ganz praktische Fragen: Funktioniert die Heizung noch? Wie lange bleiben Lebensmittel gekühlt? Wie erhalte ich Informationen? Kann ich mein Mobiltelefon laden? Funktioniert die Wasserversorgung weiterhin?
Genau deshalb ist es für die persönliche Notfallvorsorge sinnvoll, nicht ausschließlich in großen Blackout-Szenarien zu denken.
Bereits ein gewöhnlicher Stromausfall kann zeigen, welche Abhängigkeiten im eigenen Haushalt bestehen.
Gute Vorsorge beginnt deshalb nicht mit der Frage, ob der nächste Stromausfall ein Blackout sein könnte. Sie beginnt mit der Frage: Was funktioniert in meinem Haushalt nicht mehr, wenn der Strom ausfällt?
Und was ist ein Brownout?
Neben Stromausfall und Blackout begegnet uns gelegentlich noch ein weiterer Begriff: Brownout.
Ein Brownout unterscheidet sich grundlegend von einem Blackout. Während ein Blackout unvorhergesehen und unkontrolliert eintritt, handelt es sich bei einem Brownout um eine gezielte und zeitlich begrenzte Maßnahme zur Stabilisierung des Stromnetzes.
Wenn andere Maßnahmen nicht ausreichen, können Netzbetreiber in einer kritischen Situation die Stromversorgung in bestimmten Bereichen vorübergehend reduzieren oder unterbrechen. Ziel einer solchen Maßnahme ist es, das Gleichgewicht im Stromnetz wiederherzustellen und einen unkontrollierten Zusammenbruch der Stromversorgung zu verhindern.
Vereinfacht gesagt:
Blackout = unvorhergesehen und unkontrolliert
Brownout = gezielt und kontrolliert
Ein Brownout wäre damit keine Vorstufe, die zwangsläufig zu einem Blackout führt. Im Gegenteil: Entsprechende Maßnahmen dienen gerade dazu, die Stabilität des Stromnetzes zu erhalten und einen größeren unkontrollierten Ausfall zu vermeiden.
Für betroffene Haushalte kann das Ergebnis zunächst trotzdem ähnlich aussehen: Der Strom ist zeitweise nicht verfügbar. Der entscheidende Unterschied liegt darin, was im Stromnetz geschieht und warum die Versorgung unterbrochen wurde.
Für den eigenen Haushalt zählt zunächst: Der Strom ist weg
Ob eine defekte Leitung, ein schweres Unwetter, eine technische Störung, ein Brownout oder ein großflächiger Blackout die Ursache ist – im eigenen Haushalt stellt sich zunächst eine sehr einfache Frage:
Wie gut komme ich damit zurecht, wenn die Stromversorgung für einige Zeit ausfällt?
Genau an diesem Punkt wird aus der technischen Unterscheidung ein Thema der persönlichen Notfallvorsorge.
Der entscheidende Unterschied: Vorwarnzeit
Für die persönliche Vorsorge gibt es noch einen weiteren wichtigen Unterschied.
Wird eine kontrollierte Unterbrechung der Stromversorgung im Vorfeld angekündigt, können sich betroffene Haushalte zumindest teilweise darauf einstellen. Akkus und Powerbanks können geladen, notwendige Geräte vorbereitet, Informationen eingeholt oder andere kurzfristige Maßnahmen getroffen werden.
Bei einem plötzlichen Stromausfall oder Blackout besteht diese Möglichkeit möglicherweise nicht. Die Stromversorgung kann ausfallen, ohne dass der einzelne Haushalt vorher weiß, wann und in welchem Umfang dies geschieht.
Deshalb sollte die Vorbereitung auf einen unerwarteten Stromausfall nicht erst dann beginnen, wenn das Licht ausgeht.
Grundlegende Vorsorge muss bereits vorher vorhanden sein: funktionierende und griffbereite Beleuchtung, alternative Informationsmöglichkeiten, geladene oder unabhängig nutzbare Energiequellen sowie eine Vorstellung davon, welche wichtigen Bereiche des eigenen Haushalts von Strom abhängig sind.
Auf eine angekündigte Versorgungsunterbrechung kann man sich kurzfristig einstellen. Auf einen unerwarteten Stromausfall muss man bereits vorbereitet sein.
Was bedeutet das für die persönliche Vorsorge?
Die technischen Unterschiede zwischen Stromausfall, Brownout und Blackout sind wichtig, um die Begriffe richtig einordnen zu können. Für die persönliche Notfallvorsorge ergibt sich daraus jedoch vor allem eine praktische Erkenntnis:
Wir wissen nicht immer im Voraus, wann die Stromversorgung ausfällt und wie lange die Unterbrechung dauern wird.
Genau deshalb sollte eine grundlegende Vorbereitung bereits vorhanden sein.
Dabei geht es nicht darum, sich ausschließlich auf einen großflächigen Blackout vorzubereiten. Schon ein gewöhnlicher Stromausfall kann den Alltag erheblich beeinträchtigen. Je stärker ein Haushalt von elektrischen Geräten und technischen Systemen abhängig ist, desto wichtiger ist es, diese Abhängigkeiten vorher zu kennen.
Ein guter Ausgangspunkt ist deshalb eine einfache gedankliche Übung:
Was würde in meinem Haushalt nicht mehr funktionieren, wenn jetzt der Strom ausfällt?
Gehen Sie Ihren normalen Alltag einmal Schritt für Schritt durch. Wie würden Sie Licht erzeugen? Funktioniert Ihre Heizung ohne Strom? Können Sie Informationen empfangen, wenn Router und Internetanschluss ausfallen? Wie laden Sie ein Mobiltelefon? Welche Lebensmittel müssen gekühlt werden? Gibt es medizinische Geräte oder andere wichtige Hilfsmittel, die auf elektrische Energie angewiesen sind?
Nicht jeder Haushalt wird auf diese Fragen dieselben Antworten geben.
Wer beispielsweise in einem Einfamilienhaus lebt, hat möglicherweise andere technische Abhängigkeiten als jemand in einer Wohnung im fünften Stock. Auch Kinder, ältere Menschen, Haustiere, gesundheitliche Einschränkungen oder die Art der vorhandenen Heizungsanlage können die persönliche Situation verändern.
Deshalb gilt auch beim Thema Stromausfall ein Grundsatz, der sich durch die gesamte KEPS-Wissensakademie zieht:
Gute Notfallvorsorge orientiert sich nicht am größtmöglichen Szenario, sondern an der eigenen Lebenssituation.
Wer seine persönlichen Abhängigkeiten kennt, kann anschließend gezielt überlegen, welche davon für einige Stunden und welche auch für einen längeren Zeitraum überbrückt werden sollten.
Nicht jeder Stromausfall muss zur Krise werden
Ein Stromausfall ist zunächst einmal eine Unterbrechung der Stromversorgung. Wie stark er den eigenen Alltag beeinträchtigt, hängt jedoch auch davon ab, wie gut ein Haushalt darauf vorbereitet ist.
Eine griffbereite Taschenlampe löst keinen Stromausfall. Ein batteriebetriebenes Radio stellt das Stromnetz nicht wieder her. Ein geladener Energiespeicher verhindert keinen Blackout.
Aber solche Vorbereitungen können dabei helfen, die unmittelbaren Folgen für den eigenen Haushalt besser zu bewältigen.
Genau darin liegt der Sinn persönlicher Vorsorge: Sie soll ein Ereignis nicht verhindern, sondern die eigene Handlungsfähigkeit verbessern, wenn es eintritt.
KEPS-Fazit
Stromausfall, Brownout und Blackout beschreiben unterschiedliche Situationen. Für die persönliche Notfallvorsorge ist es sinnvoll, diese Unterschiede zu kennen und die Begriffe richtig einordnen zu können.
Entscheidend ist jedoch etwas anderes: Ein unerwarteter Stromausfall lässt möglicherweise keine Zeit, sich erst dann darauf vorzubereiten.
Deshalb sollte eine grundlegende Stromausfallvorsorge bereits vorher vorhanden sein und zur persönlichen Lebenssituation passen. Wer seine eigenen Abhängigkeiten kennt und sich Schritt für Schritt darauf vorbereitet, zeitweise ohne öffentliche Stromversorgung auszukommen, verbessert seine Möglichkeiten, auch bei einer Unterbrechung ruhig und handlungsfähig zu bleiben.
Wir können nicht bestimmen, wann der Strom ausfällt. Aber wir können vorher entscheiden, wie gut wir darauf vorbereitet sein möchten.
Es gibt keine hundertprozentige Sicherheit. Aber es gibt Möglichkeiten, besser vorbereitet zu sein.
Quellen
BBK – Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
Bundesnetzagentur – FAQ zum Stromnetz