Sicherheit auf Reisen
Gut vorbereitet unterwegs. Orientierung behalten. Sicher handeln.
Reisen bedeutet, neue Orte kennenzulernen, Abstand vom Alltag zu gewinnen und neue Erfahrungen zu sammeln.
In einer unbekannten Umgebung fehlen uns jedoch häufig die Routinen und Ortskenntnisse, auf die wir zu Hause selbstverständlich zurückgreifen.
Gute Vorbereitung soll die Freude am Reisen nicht einschränken. Sie hilft dabei, auch unterwegs selbstständig und handlungsfähig zu bleiben.
Wer vorbereitet reist, kann Unbekanntes entspannter genießen.
Sicherheit beginnt vor der Reise
Einige wichtige Fragen lassen sich bereits vor der Abreise klären.
Informieren Sie sich über Ihr Reiseziel, mögliche Besonderheiten und die örtlichen Gegebenheiten.
Welche Dokumente benötige ich?
Wie erreiche ich meine Unterkunft?
Welche wichtigen Kontakte sollte ich kennen?
Wie erhalte ich im Notfall Hilfe?
Reisedokumente und wichtige Kontaktdaten sollten so aufbewahrt werden, dass sie bei Verlust von Smartphone oder Gepäck weiterhin verfügbar sind.
Gute Vorbereitung bedeutet nicht, mit Problemen zu rechnen – sondern Lösungen zu kennen.
Orientierung behalten
In unbekannter Umgebung verlassen wir uns heute häufig auf das Smartphone.
Navigation, Tickets, Hotelbuchungen, Übersetzungen und Kontaktdaten befinden sich oftmals auf einem einzigen Gerät.
Das ist praktisch – macht uns aber auch abhängig.
Deshalb ist es sinnvoll, wichtige Informationen zusätzlich verfügbar zu haben: die Anschrift der Unterkunft, wichtige Telefonnummern, Treffpunkte oder eine grundlegende Orientierung über die Umgebung.
Besonders nach der Ankunft lohnt sich ein kurzer Blick:
Wo bin ich? Wie komme ich zurück? Wo finde ich bei Bedarf Unterstützung?
Aufmerksamkeit auch im Urlaub
Urlaub bedeutet Entspannung. Trotzdem sollten wir unsere Umgebung nicht vollständig ausblenden.
Besonders an stark frequentierten Orten wie Bahnhöfen, Flughäfen, Sehenswürdigkeiten oder Veranstaltungen können Unübersichtlichkeit und Ablenkung entstehen.
Wertsachen sollten möglichst nah am Körper und nicht unnötig sichtbar getragen werden.
Entscheidend bleibt jedoch derselbe Grundsatz wie im Alltag:
Aufmerksamkeit ohne Misstrauen.
Nicht jeder fremde Ort ist gefährlich. Aber wer seine Umgebung wahrnimmt, kann Veränderungen früher erkennen.
Unterkunft und Umgebung kennenlernen
Nach der Ankunft reichen oft wenige Minuten, um sich mit der neuen Umgebung vertraut zu machen.
Wo befinden sich Ein- und Ausgänge? Wie erreichen wir unsere Unterkunft wieder? Gibt es einen zweiten Ausgang? Wo können wir Unterstützung bekommen?
Auch Flucht- und Rettungswege in Hotels oder anderen Unterkünften sollte man zumindest einmal bewusst wahrnehmen.
Es geht nicht darum, ständig an einen Notfall zu denken.
Es geht darum, im Notfall nicht erst anfangen zu müssen, sich zu orientieren.
Gemeinsam reisen – gemeinsam absprechen
Wer mit Partner, Familie oder Freunden unterwegs ist, sollte einfache Absprachen treffen.
Was tun wir, wenn wir uns verlieren?
Wo treffen wir uns wieder?
Wer kümmert sich um Kinder oder Angehörige?
Wie erreichen wir uns, wenn ein Smartphone ausfällt?
Gerade an großen Bahnhöfen, Flughäfen, Veranstaltungen oder unbekannten Orten kann ein vorher vereinbarter Treffpunkt sehr hilfreich sein.
Wenn etwas nicht stimmt
Manchmal verändert sich eine Situation unerwartet.
Ein Ort wirkt plötzlich unangenehm. Eine Person verhält sich auffällig. Eine Auseinandersetzung entsteht. Der geplante Weg ist nicht mehr möglich.
Dann gelten auch auf Reisen unsere bekannten Grundsätze:
WAHRNEHMEN
Veränderungen und mögliche Risiken erkennen.
ORIENTIEREN
Situation einschätzen und Möglichkeiten prüfen.
HANDELN
Abstand schaffen, einen sicheren Bereich aufsuchen oder Hilfe holen.
Wenn Hilfe benötigt wird
In einer fremden Umgebung kann es schwieriger sein, schnell die richtige Unterstützung zu finden.
Deshalb ist es sinnvoll, bereits vor der Reise zu wissen, welche Notrufmöglichkeiten und Anlaufstellen am Reiseziel bestehen.
Bei Reisen ins Ausland können zusätzlich zuständige diplomatische Vertretungen oder örtliche Behörden wichtige Ansprechpartner sein.
Sicher reisen heißt nicht, vorsichtig vor allem zu sein
Reisen lebt von Offenheit, Neugier und neuen Erfahrungen.
Persönliche Sicherheit soll diese Freiheit nicht einschränken.
Wer sich vorbereitet, seine Umgebung wahrnimmt und einige einfache Absprachen trifft, schafft sich Handlungsmöglichkeiten für Situationen, die anders verlaufen als geplant.
Gute Vorbereitung begleitet eine Reise – sie soll sie nicht bestimmen.