Verhalten in Gefahrensituationen – Wahrnehmen. Einschätzen. Handeln.
Gefahrensituationen entstehen oft unerwartet. Wer seine Umgebung bewusst wahrnimmt, Risiken frühzeitig erkennt und grundlegende Verhaltensweisen kennt, kann schneller und überlegter reagieren.
Was ist eine Gefahrensituation?
Nicht jede ungewöhnliche Situation ist automatisch gefährlich. Eine Gefahrensituation entsteht dann, wenn die eigene Sicherheit oder die Sicherheit anderer Menschen unmittelbar bedroht sein kann.
Das können beispielsweise sein:
- aggressives oder gewalttätiges Verhalten,
- eine plötzlich entstehende Menschenansammlung oder Panik,
- Feuer oder Rauchentwicklung,
- verdächtige Gegenstände oder Situationen,
- Schüsse oder Explosionen,
- Verkehrsunfälle,
- andere unübersichtliche Ereignisse im öffentlichen Raum.
Gefahren können sehr unterschiedlich aussehen. Entscheidend ist deshalb nicht, jede mögliche Situation vorherzusehen, sondern grundlegende Handlungsmuster zu kennen.
Gefahren frühzeitig erkennen
Umgebung wahrnehmen
Wer seine Umgebung bewusst wahrnimmt, erkennt Veränderungen häufig früher.
Warnsignale ernst nehmen
Ungewöhnliche Geräusche, plötzlich flüchtende Menschen, aggressives Verhalten, Rauch oder andere Auffälligkeiten können Hinweise auf eine Gefahr sein.
Intuition nicht ignorieren
Wenn eine Situation unsicher erscheint, muss man nicht warten, bis eindeutig feststeht, dass tatsächlich eine Gefahr besteht.
Abstand zu einer möglichen Gefahr zu schaffen ist keine Überreaktion.
Die Situation einschätzen
Was passiert?
Was kann ich tatsächlich beobachten?
Wo befindet sich die Gefahr?
Kann ich Abstand herstellen?
Wo ist ein sicherer Bereich?
Ausgang, Gebäude, geschützter Raum oder ein anderer geeigneter Ort.
Wer benötigt Unterstützung?
Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder andere Personen können möglicherweise Hilfe benötigen.
In Gefahrensituationen helfen einfache und leicht erinnerbare Grundsätze dabei, auch unter Stress handlungsfähig zu bleiben.
Eigenschutz hat Vorrang
Menschen möchten häufig helfen. Das ist grundsätzlich richtig. Aber ein zusätzlicher Verletzter hilft niemandem.
Helfen Sie anderen, wenn dies möglich ist – bringen Sie sich dabei jedoch nicht selbst in Gefahr.
Abstand – Schutz – Hilfe
ABSTAND
Entfernen Sie sich möglichst aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich.
SCHUTZ
Suchen Sie einen geeigneten geschützten Bereich und bringen Sie, soweit gefahrlos möglich, andere Menschen mit.
HILFE
Alarmieren Sie Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst und geben Sie möglichst präzise Informationen weiter.
Notruf richtig absetzen
112 – Feuerwehr und Rettungsdienst
110 – Polizei
Notruf wählen, Situation möglichst ruhig schildern und die Fragen der Leitstelle beantworten.
Was sollte man vermeiden?
Folgende Dinge sollten Sie vermeiden:
- nicht aus Neugier in Richtung einer Gefahr gehen,
- Rettungswege nicht blockieren,
- Anweisungen von Einsatzkräften beachten,
- keine unbestätigten Informationen verbreiten,
- sich nicht unnötig selbst gefährden.
Nach einer Gefahrensituation
Auch wenn die unmittelbare Gefahr vorbei ist:
- Anweisungen der Einsatzkräfte beachten,
- Verletzten im Rahmen der eigenen Möglichkeiten helfen,
- Angehörige informieren,
- Informationen aus verlässlichen Quellen verfolgen,
- Erlebtes gegebenenfalls später aufarbeiten.